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ALAG Auto-Mobil GmbH & Co.KG (kurz ALAG)

 

In den Jahren 2002 und 2003 beteiligten sich viele Anleger als stille Gesellschafter an der an der ALAG (damals noch AG & Co.KG) bestehenden atypisch stillen Gesellschaft. Muttergesellschaft der ALAG ist die Albis Leasing AG.

 

Vertrieben wurde die Anlage von der Rothmann & Cie. AG (jetzt HFT) als Alleinvertriebsgesellschaft, welche ihrerseits Untervermittler einschaltete und für diese Vertriebspartner professionelle Fortbildungen zur Qualifizierung abhielt. Auch die Ausbildung von Fachberatern mit IHK-Abschluss erfolgte durch die Rothmann & Cie. AG.

 

Wesentlich erscheint uns insofern noch, daß Herr Hans O. Mahn sowohl im Aufsichtsrat der ALAG saß und gleichzeitig Vorstand der Alleinvertriebsgesellschaft Rothmann & Cie AG war, so daß davon auszugehen ist, daß die ALAG über den Vertrieb der Anteile eingehend informiert war.

 

Anleger konnten sich als Anlage „Classic“ mit einer Einmalanlage beteiligen, weiterhin als Anlage „Classic Plus“, was nichts anderes bedeutete als daß die gewinnunabhängigen Ausschüttungen durch Umbuchungen aus der Anlage Classic in der Anlage „Classic Plus“ „wieder angelegt“ wurden. Wie sich gezeigt hat, erfolgten diese Umbuchungen willkürlich. Bei einigen Anlegern erfolgten wenige Umbuchungen bis Ende 2005, bei anderen Anlegern hingegen wesentlich mehr und wesentlich länger. Eine weitere Anlageform war die „Sprintanlage“, also eine Ratenanlage über einen Zeitraum von 10-15 Jahren.

 

Bereits im Jahre 2005 war das Kapital der ALAG verbraucht und im Jahre 2006 gestand die ALAG laut Geschäftsbericht selbst massive Fehler ein. 2006 wurde Herr Andreas Oppitz zum Vorstand berufen und es wurden wesentliche Umgestaltungsmaßnahmen angekündigt.

 

Trotz des Sanierungsversprechens wurden weitere Millionenverluste in den Jahren 2007-2009 verbucht.

Gegen den Geschäftsführer Andreas Oppitz wird mittlerweile wegen des Verdachtes der Insolvenzverschleppung ermittelt.

 

Mit Schreiben vom 15.07.2009 teilte der Rechtsanwalt Jörg Mahlmann mit, daß er alleiniger Gesellschafter der Komplementär GmbH sei und desweiteren sämtliche Kommanditanteile der Klägerin erworben hat. Weiter heißt es, daß die Sanierung der ALAG endgültig unmöglich sei. Er regte an, daß die Anleger einer Liquidierung der ALAG zustimmen sollten, da dies zwingend erforderlich sei. Ansprüche der ALAG gegen Dritte sollten anschließend geprüft und durchgesetzt werden.

 

Nachdem der Liquidationsbeschluss jedoch von der Mehrheit abgelehnt wurde, erfolgte nicht der zwingend erforderliche Insolvenzantrag, sondern mit Schreiben der ALAG vom 03.11.2009 nochmals die Aufforderung einem weiteren Liquidationsbeschluss zuzustimmen. In diesem Schreiben wurde ausgeführt, daß für den Fall der Liquidation mehrere Großgläubiger (u.a. die HFT als auch die Albis Leasing AG) auf erhebliche Forderungen verzichten würden. Einen Hinweis dahingehend, daß im Falle der Insolvenz –sogar laut Prospekt- weitere Sprinteinlagen nur dann zu leisten wären, wenn dies zur Befriedigung der Gläubiger –welche nach Ansicht des Insolvenzverwalters rechtmäßige Ansprüche geltend machen- erforderlich wäre, fehlte. Im Falle einer Insolvenz ist uns kein Fall in Bezug auf Fondsgesellschaften bekannt in welchem der bestellte Insolvenzverwalter Rateneinlagen von Anlegern eingefordert hätte.

Durch die Darstellung, daß eine Liquidation der Insolvenz vorzuziehen ist, stimmt Ende des Jahres 2009 die Mehrheit der Anleger laut ALAG für die Liquidation.

 

Seit diesem Zeitpunkt werden ausstehende Raten der Anleger gerichtlich eingeklagt, dies jedoch sukzessive, um durch die erhaltenen Zahlungen die Kosten der weiteren Verfahren aufbringen zu können. Eine andere Verwendung als für die Klagen gegen Anleger wurde von der ALAG bisher nicht behauptet.

Trotz Wegfalles des Gesellschaftszweckes sollen die Anleger gezwungen werden Ihre Einlagen zu erbringen und Prozesse gegen weitere Anleger zu finanzieren.

 

Mehrere vor allem Hamburger Gerichte haben das Emissionsprospekt der ALAG als fehlerhaft beurteilt und den Anlegern Schadensersatzansprüche zuerkannt, da über die „Rückzahlungsverpflichtung“ bei Umbuchungen von der Anlage „Classic“ in die Anlage „Classic Plus“ nicht hinreichend aufgeklärt wurde.

 

Unserer Ansicht nach wurde auch nicht hinreichend über die ungünstige Kostenstruktur hingewiesen, vor allem da die Emissionskostenquote unter Hinzuziehung einer falschen Bezugsgröße berechnet wurde. Die Emissions- und Platzierungskosten sind höchstens versteckt im Prospekt enthalten und für einen durchschnittlichen Anleger nicht nachvollziehbar.

 

Nachdem einige Verfahren vor den Hamburger Gerichten für die ALAG negativ ausgefallen waren, verlegte die ALAG ihren Sitz nach Köln, wo sich auch die Kanzlei des RA Mahlmann befindet. Klagen gegen verantwortliche Dritte –wie Gründungsmitglieder etc.- werden unseres Wissens weder vorbereitet noch geführt.

Mittlerweile geht die ALAG im Süden Deutschlands in die Offensive und führt Verfahren vor mehreren Landgerichten.

 

Das Landgericht Traunstein vertritt die anlegerfreundliche Auffassung, daß Schadensersatzansprüche, mit welchen aufgerechnet werden kann, nicht aufgrund der Grundsätze der fehlerhaften Gesellschaft ausgeschlossen sind. Das OLG München unterstützt diese Ansicht bisher jedoch leider weitgehend nicht.

 

Unserer Ansicht nach liegt spätestens nach dem ersten gescheiterten Liquidationsbeschluss, welcher einen Insolvenzantrag nach sich hätte ziehen müssen, eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung durch die ALAG vor.

 

Anleger sollten sich gegen die durch die ALAG erhobenen Klagen auf Zahlung wehren, wesentlich ist in diesem Zusammenhang, daß auch eine evtl. eingetretene Verjährung die Aufrechnung mit Schadensersatzansprüchen nicht ausschließt.

 

Die 3-jährige Verjährungsfrist dürfte unserer Meinung nach in den meisten Fällen auch erst im Jahre 2009 begonnen haben, da vorab umfangreiche Sanierungsmaßnahmen versprochen wurden, welche die ALAG wieder in die Gewinnzone bringen sollten und für die meisten Anleger aufgrund fehlender Information durch die Berater die Pflichtverletzung noch nicht erkennbar war.

 

Erst zu diesem Zeitpunkt wurde klar, daß es sich gerade um keine zur Altersvorsorge dienende sichere Anlage handelte, wie oftmals von den Beratern zugesagt.

 

Im Rahmen von Vergleichsverhandlungen besteht die ALAG zumeist auf Abtretung sämtlicher Ansprüche gegenüber Dritten aus der Beratung oder Vermittlung, dies mit dem Argument, um sicher gehen zu könne, daß sie nicht von diesen Dritten in Anspruch genommen wird. Es ist jedoch möglich die Berater von der Abtretung ausnehmen zu lassen.

 

Wesentlich dafür ob die Rechtschutzversicherung Deckungsschutz für diese Klagen erteilt ist der Stand der Versicherungsvertragsbedingungen. Falls die gültigen Bedingungen aus dem Jahre 2001 oder früher stammen besteht die Chance Deckungsschutz zu erhalten. Meist bedarf es aber eines umfangreichen Schriftverkehrs, um den Deckungsschutzanspruch durchzusetzen. Sie sollten sich keinesfalls sofort bei der ersten Ablehnung abschrecken lassen.

 

Sobald Sie eine Zahlungsaufforderung der ALAG erhalten sollten Sie handeln und dieser nicht ungeprüft nachkommen!! Aus unserer Sicht ist die Verteidigung gegen die Forderungen der ALAG alles andere als aussichtslos.